Freundlicher-unfreundlicher Empfang
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Lieber Mirko N.,
ich wollte heute (ganz spontan, so wie das meine Art ist) über Ihre Foto-Ausstellung von Sebastião Salgado in C/O Berlin berichten. Hierzu traf ich sachdienliche Vorbereitungen, und meine Vorfreude und Interesse auf und an Genesis - so der Titel Ihrer Ausstellung - waren gewaltig.
Allerdings: Sie ließen mich, obwohl ich mich mit meinem Presseausweis ordentlich legitimieren konnte, nicht hinein. Ihr Mitarbeiter am Empfang - ein sehr sympathischer und sehr zuvorkommender junger Mensch - nahm seine Instruktionen ernst und reichte mir, nachdem ich kurz und kopfschüttelnd mein generelles Unverständnis für den freundlichen-unfreundlichen Empfang zu demonstrieren mich bemüßigte, ein vorgedrucktes Schreiben, das die Unterschrift von Ihnen trug; ich darf mir nebenher erlauben hieraus zu zitieren:
"Wir freuen uns über Ihren Besuch!
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unser Empfangsteam Medienvertretern ohne Voranmeldung leider keinen kostenlosen Ausstellungsbesuch ermöglichen kann - unabhängig von der Vorlage eines Presseausweises.
Wenn Sie als Journalist über unsere Ausstellung berichten möchten, geben Sie uns bitte mindestens 24 Stunden beziehungsweise einen Werktag vor dem geplanten Ausstellungsbesuch per Email Bescheid. Wir ermöglichen Ihnen dann gerne freien Eintritt und hinterlegen Ihnen eine Pressekarte am Empfang.
Wir möchten darauf hinweisen, den Presseausweis nur für berufliche Aktivitäten zu verwenden. Hintergrund für unsere Regelung ist der übermäßige Gebrauch von Journalistenausweisen für private Besuche, den wir uns als nicht öffentlich gefördertes Haus finanziell nicht erlauben können..."
Nein, lieber Mirko N., Sie freuten sich NICHT auf meinen (spontanen) Besuch.
Und wir haben selbstverständlich KEIN Verständnis dafür, dass Ihr Empfangsteam Medienvertretern ohne Voranmeldung und "unabhängig von der Vorlage eines Presseausweises" den für journalistische Berichterstattung üblich-"kostenlosen" Eintritt verwehrt.
Und wir werden uns auch selbstverständlich NICHT "mindestens 24 Stunden beziehungsweise einen Werktag vor dem geplanten Ausstellungsbesuch per Email" bei Ihnen anmelden.
Und wir gehören selbstverständlich NICHT zu den von Ihnen de facto als Schwarze Schafe vorgeführten Medienvertretern, die ihre Presseausweise angeblich "für private Besuche" sozusagen missbrauchen - obgleich Sie das als Galerie, selbst wenn es solche Schwarzen Schafe gibt, sicherlich nicht an den Ruin bringen wird; so etwas sollten Sie ganz einfach aushalten und es entspannter sehen... So "private" Journalisten, auch wenn sie dann nicht von jetzt auf gleich in ihren ehrenwert betriebenen Berufsmodus umschalten, speichern das, was sie gesehen haben, meistens ab, und später, irgendwann mal, fällt bestimmt ein medienwirksames und presseinhärentes Wort zu Diesem und zu Jenem.
Sehen Sie, so kann es kommen, wenn man Leute so wie mich gleich am Empfang verprellt.
Ich wünsche Ihrer tollen Galerie C/O Berlin die beste und die positivste Öffentlichkeitswirkung und verbleibe dahingehend
mit herzlichen Grüßen
Ihr Andre S.
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Andre Sokolowski - 28. April 2015 ID 8605
C/O BERLIN
Öffnungszeiten: 11 - 20 h
Café: 10 - 20 h
Eintrittspreise:
10 € | ermäßigt 5 €
Gruppen ab 10 Personen: 8 € / ermäßigt 4 €
Jahreskarten 40 €
C/O Berlin Foundation
Amerika Haus
Hardenbergstraße 22–24
10623 Berlin
Tel +49.30.284.44 16-62
Fax +49.30.284.44 16-19
info@co-berlin.org
Weitere Infos siehe auch: http://www.co-berlin.org
Post an Andre Sokolowski
http://www.andre-sokolowski.de
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