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Rezension

Liz Hoppe - Aufgeputscht und Abgefahren

Roman
Unsichtbar Verlag 2012
ISBN 978-3942920186



Von den Tiefen des High-Seins

Sara ist das heimische Dorf zu beengt, weswegen es sie nach Berlin zieht. Dort kommt sie bei Nicky unter und nach anfänglichen Schwierigkeiten werden die beiden enge Verbündete. Bindemittel sind dabei überwiegend die Rauschmittel, die die beiden jungen Frauen vermeintlich ununterbrochen zu sich nehmen. Drogen, Partys und Sex – was nach einem Auskosten der Jugend klingt, ist vielmehr eine Flucht vor dem Leben. Als Nicky ihrer neuen Freundin eines Abends von ihrer Sehnsucht danach, sich „endlich frei zu machen“ (S. 58), beichtet, versteht Sara zunächst nicht. Zunächst. Sara ist Nicky auf ihrer Suche nach dem Glück in ein Labyrinth gefolgt, in dem die beiden binnen eines Jahres nicht nur den Kontakt zur Außenwelt verlieren, sondern auch zueinander.

Der 120 Seiten kurze Roman versetzt den Leser gleichermaßen auf einen Trip. Ständig wechselnde Perspektiven versuchen die Lücken, die der Rausch hinterlässt, zu füllen. So nebulös der Rausch manchmal sein mag, so klar sind dennoch die Worte, die Liz Hoppe in ihrem Erstlingswerk findet. Dabei werden weder der Drogenkonsum verherrlicht, noch die Beteiligten verurteilt. Doch die Hintergründe werden fast gänzlich ausgespart, höchstens angedeutet. Schließlich sind die Ursachen einer Flucht in die Sucht vielfach und nicht immer führt ein Ereignis A zwangsweise zur Reaktion B. Zwar mögen Sara und Nicky für viele Leser als Extrembeispiele wirken, dennoch ist ihre Reaktion auf ihr Umfeld gar nicht so abgefahren, im Sinne von abwegig. Letztendlich ist auch die Drogensucht nur eine von vielen Möglichkeiten, der Realität zu entfliehen.

Man mag sich fragen, ob seit dem Erfolg von Wir Kinder vom Bahnhof Zoo nicht genügend ‚Drogen-Bücher‘ geschrieben wurden. Die bislang überwiegend positiven Reaktionen zeugen jedoch von Bedarf. Was Aufgeputscht und Angefahren von so manch anderen Büchern dieser Sparte unterscheidet, ist vor allem das Ende des Romans: Irgendwo zwischen augenöffnender Einsicht und endgültiger Verdammnis findet Liz Hoppe einen Mittelweg, der trotz – oder gerade wegen – seiner scheinbaren Banalität einen starken Eindruck beim Leser hinterlässt.


Lisa Krawczyk - 22. Oktober 2012
ID 6284
Liz Hoppe: Aufgeputscht und Abgefahren
Unsichtbar Verlag, September 2012
120 Seiten
Broschiert
€ 9,95
ISBN 978-3942920186



Siehe auch:
http://www.unsichtbar-verlag.de


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