Die Über-
lebenden
der Arche
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Bewertung:
Die Zeit wird knapp. Wer noch vor dem Jahreswechsel einen Kalender an die Wand hängen oder verschenken möchte, muss sich beeilen. Die Auswahl ist groß, und es gibt kaum ein Thema, für das man nicht täglich, wöchentlich oder monatlich Informationen erhielte. Eine Anthologie sozusagen mit fremdbestimmtem Zeitfaktor.
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So locken die Verlegerinnen des über Jahre hinweg beliebten Arche Kalenders Elisabeth Raabe und Regina Vitali in ihrer nach ihrem Dissens mit dem Arche Verlag hervorgegangenen edition momente unter anderem mit einem Literaturkalender und einem Jazzkalender. Pro Woche wird ein Fotoporträt durch einen kurzen Text und biographische Daten der oder des Abgebildeten, mit ambitioniertem Layout, ergänzt. Zu den einzelnen Tagen findet man nach bewährtem Muster – nicht unähnlich den weit in die DDR-Tradition zurück reichenden und noch einmal 18 Jahre vor dem Arche Literatur Kalender geborenen Kalendern des Aufbau-Verlags – Geburts- und Todestage. Unter den Prominenten, die 2020 einen Monat lang den Blick auf sich lenken werden, finden sich Friedrich Hölderlin, Iwan Bunin, Agatha Christie, Paul Celan, Susan Sontag, Amos Oz, Leonard Cohen, aber auch weniger bekannte, zumal außereuropäische AutorInnen, auf die erst aufmerksam gemacht werden soll.
Der Jazzkalender weicht von dem Schema insofern ein wenig ab, als die Texte nicht von den Abgebildeten stammen – sie sind ja MusikerInnen, ihr Metier ist nicht das Wort –, sondern von Roger Willemsen. Zu seinen Favoriten zählen unter anderem Lester Young, Gil Evans und Sonny Rollins. Auf Geburts- und Todestage wird hier verzichtet. Das Layout ist, anders als beim Literaturkalender, vereinheitlicht. Das entspricht der Konventionalisierung der Porträts von Jazzmusikern, die, insbesondere bei Bläsern, vom Instrument dominiert werden.
Schon wahr, man kann in Apotheken und Banken kostenlose Kalender erhalten, die nichts anderes sind als Werbeträger mit Zahlen. Lehrreicher und grafisch erfreulicher sind die Kalender der edition momente allemal.
Thomas Rothschild – 18. Dezember 2019 (2) ID 11894
Link zum Verlag
https://www.edition-momente.com/
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