Licht und Sound
ORBIT - A WAR SERIES von Brigitta Muntendorf, derzeit im Humboldt Forum Berlin
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Bewertung:
Auf der Navigationsleiste von https://www.staatsoper-berlin.de wird – neben den anklickbaren Links zu “Premieren”, “Werke”, “Festtage 2025”, “Ring 2025”, “Ticketinformationen” sowie “Abos, Pakete & Cards” – auch auf “+Muntendorf” verwiesen:
“In Zusammenarbeit mit anderen Berliner Institutionen präsentiert die Staatsoper Unter den Linden zwei Aufführungen der Komponistin Brigitta Muntendorf. In ihren spartenübergreifenden Musiktheater- und 3D-Audio-Projekten verbindet sie analoge, digitale und elektronische Ausdrucksformen.”
Zwei Projekte also wies und weist die kleine Extra-Reihe aus:
Muntendorfs 2022er Melencolia, eine “Show gegen die Gleichgültigkeit des Universums” (mit dem Ensemble Modern und dem Apollo-Chor der Staatsoper Unter den Lindnen), lief bereits am 21. und 22. März im Haus der Berliner Festspiele; eine Koproduktion mit MaerzMusik.
Und jetzt, noch bis zum 6. April, schließt sich ihr “Space Oratorium für AI-Stimmklone, 3D-Audio und Elektronik” - unterm Titel Orbit - A War Series - im Berliner Humboldt Forum an; eine Produktion von La Biennale di Venezia und ECHO Factory, ja und vom Titel her bezieht es sich...
“...auf die War Series (1966-1970) der amerikanischen Künstlerin Nancy Spero, die in 150 Gouachen den Zusammenhang zwischen Sexualität und unterdrückenden Machtstrukturen zeigt.
Die Protagonisten sind weibliche Stimmen, die ihre physischen Körper verloren haben und von der KI geklont wurden: So wie Gewalt alle zu einem Ding macht, sind auch die künstlichen Stimmen auf der Suche nach einem Ort des Menschseins. Die Texte basieren auf Interviews, Berichten und Dokumentationen aus Afghanistan, Iran, der Demokratischen Republik Kongo, Polen, den USA, dem Zweiten Weltkrieg in Asien oder Science-Fiction-Manifesten von Autorinnen.
Orbit - A War Series spricht unsere inneren Bilder an: Es ist das Zuhören, das zu einem radikalen und politischen Akt wird, einem Akt, der vom Publikum ausgeführt wird. “
(Quelle: labiennale.org)
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“Die deutsch-österreichische Komponistin Brigitta Muntendorf erforscht die Fragilität unserer technosozialen und soziopolitischen Realität und entwickelt dabei neue Konzepte wie Radical Listening, Environmental Storytelling und Immersive Theater. Ihre Arbeiten reichen von instrumentalen Settings über 3D-Audio-Produktionen bis hin zu transdigitalem Musiktheater und entstehen oft in künstlerisch-wissenschaftlichen Kooperationen mit d&b audio und S+T+ARTS/Ars Electronica.”
(Quelle: humboldtforum.org)
Bisschen viel an “technischen” Begriffen – insofern vielleicht ganz hilfreich das Zitierte [s.o.] nachgelesen zu haben, um sich überhaupt vor Ort und ohne Kompass einigermaßen zurechtfinden zu können.
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Bildquelle: humboldtforum.org
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Um es also nicht noch mehr “technisch” oder gar intellektuell aufladen zu wollen nur noch so viel, vom rein Faktischen her:
Man betritt den abgedunkelten Saal 2 des Humboldt Forums und nimmt Platz auf kleinen Holzwürfeln. In der Mitte ein schmaler Gang, der diesen Raum zweiteilt.
An der Decke neun runde LED-Scheinwerfer in drei Reihen zu je drei Exemplaren, am Boden vier Lazer Lamps mittig, an jeder Raumseite eine Formation (null Ahnung, was die genaue Bezeichnung dieser Art Beleuchtung ist).
Tonwiedergabegerätschaften hie und da, rechts, links, oben, unten.
Gelegentlich etwas Theaternebel.
Knapp eine Stunde zwischen leise, laut und dazwischen ein dezent und/ oder weniger dezent auf-/ abwaberndes Bombardement an Stimmen (alles auf Englisch) und gesampelten Klängen; Sound halt. Dazu Licht- und Farbspektakliges.
Es scheint sich, und je länger die Performance andauert, erschöpfend abzunutzen…
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Mein emotionaler Pegel geht allmählich gegen null.
Stumpfsinn und Leere beim Verlassen des nachgebauten Hohenzollernschlosses.
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Andre Sokolowski – 3. April 2025 ID 15215
ORBIT – A WAR SERIES (Humboldt Forum, 02.04.2025)
Space Oratorium für AI-Stimmklone, 3D-Audio und Elektronik von Brigitta Muntendorf
Komposition, Künstlerische Leitung: Brigitta Muntendorf
Konzept: Moritz Lobeck und Brigitta Muntendorf
Dramaturgie: Mehdi Moradpour
Audio-Programmierung: Lukas Nowok
Licht: Begoña Garcia Navas
3D-Audio: Banu Sahin, und Ralf Zuleeg (d&b audiotechnik)
Field recordings: Alfred-Wegener-Institut / NOAA-Pacific Marine Environmental Laboratory
KI-Stimmklon-Modelle: Respeecher, Lisa Aithnard, Arjopa Limburg und Nikka Mae-Lopez Kriegskorrespondentin (Prolog): Christina Lamb
KI Stimmklon-Technologie: Respeecher
Berliner Premiere war am 2. April 2025.
Weitere Termine: 03.-06.04.2025
Eine Produktion von La Biennale di Venezia und ECHO Factory in Kooperation mit dem Humboldt Forum
Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsoper-berlin.de
https://www.andre-sokolowski.de
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