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Puck,

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Leroy Mokgatle als Puck (re.) und Cohen Aitchison-Dugas als Oberon in Eward Clugs Ein Sommernachtstraum - mit dem Staatsballett Berlin | Foto (C) Yan Revazov

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Die nichtbinäre südafrikanische Tänzerin Leroy Mokgatle ist die unumstrittene Abräumerin der neuesten Produktion des STAATSBALLETTS BERLIN. An ihr "scheitern" in dem Stück fast alle, sie resp. ihre getanzte Figur bringt alles und alle durcheinander, handelt (obwohl im Auftrag Oberons also ihres Chefs) völlig frei mit eignem Willen, und es macht ihr einen Heidenspaß, dass alles so zu tun wie sie es tut; kurzum: Sie verkörpert den Puck in Edward Clugs zauberhafter Ballettversion von Shakespeares Ein Sommernachtstraum, dem Bäumchen-wechsle-dich-Stück aller Bäumchen-wechsle-dich-Stücke, wo es also drunter und drüber geht; und sooft, wie ich das Original auf einer Bühne sah, war ich dann jedesmal und hinterher kaum imstande nachzuerzählen, worum's da eigentlich ging.


"Zwei Liebespaare fliehen aus der Welt der strengen gesellschaftlichen Normen und finden sich in einem Feenreich wieder. Hermia liebt Lysander, doch ihr Vater, Egeus, verlangt die Ehe mit Demetrius, der wiederum von Helena begehrt wird. Im Hintergrund steht die Verlobung von Theseus, dem Herzog von Athen, und Hippolyta, der Königin der Amazonen, die im Verlauf des Stücks als Symbol für die bevorstehende Hochzeit und die Ordnung in der Welt der Menschen dient. Gleichzeitig befinden sich Oberon, der König der Feen, und Königin Titania in einem erbitterten Streit, dessen Folgen weit über die Feenwelt hinausreichen..." (Quelle: staatsballett-berlin.de)


Und Mokgatles Puck bezaubert und entzaubert wie es ihm gefällt - und immer, wenn Cohen Aitchison-Dugas (als Oberon) sich ihn "autorität" zur Brust nimmt, sehe ich, wie hilflos und vergeblich dieses männlich-dominante Anersinnen ist; am Ende machte der verneintlich Disziplinierte so und so was er will. Mockgatle gibt ihn völlig undomtierbar; und ihre flinken, huschigen Bewegungen gepaart mit ihrer auch gewichtsmäßigen Federleichtigkeit zementieren die Ungreif- und Unangreifbarkeit dieses wohl lustigsten Teufelchens der Weltliteratur. Mokgatle wurde für ihre Verkörperung dieser Figur mit Beifallssalven geradezu überschüttet; auch mich hielts da schlussendlich nicht mehr auf dem Sitz.

*

Dem STAATSBALLETT BERLIN ist mit seinem zweieinhalbstündigen Sommernachtstraum ein weiteres publikumsmagnetisches Highlight geglückt - und ich weiß, vor lauter positivem Schreck, jetzt gar nicht, wen und was ich da noch alles so bejubeln sollte. [Die Namen aller "wichtigsten" Tänzerinnen und Tänzer - siehe unten.]

Die Auftragsmusik zu dieser Produktion komponierte Milko Lazar, und sie hört sich, v.a. zum Schluss hin, wie Philip Glass an - ansonsten wirkt sie in ihren völlig unterschiedlichen (Nummern-)"Stilen" in der Tat sehr abwechslungsreich. Das Orchester der Deutschen Oper Berlin musiziert sie unter Leitung von Victorien Vanoosten.

Das sehenswerte Bühnenbild von Marko Japelj benötigte lediglich einen halbraumumgreifenden stilisierten Lattenzaun inkl. rein und raus fahrbarem Felsen. Die nicht minder sehenswerten Kostüme von Leo Kulaš schienen, allein von ihrer Quantität her, ungleich aufwändiger zu sein.

Ich vermute mal, dass dieser Sommernachtstraum anhaltend erfolgreich und daher sehr lang im Repertoire verbleiben wird.




Handwerker-Szene in Ein Sommernachtstraum von Edward Clug - mit dem Staatsballett Berlin | Foto (C) Yan Revazov

Andre Sokolowski - 24. Februar 2025
ID 15160
EIN SOMMERNACHTSTRAUM (Deutsche Oper Berlin, 23.02.2025)
Ballett von Edward Clug nach William Shakespeare

Konzept, Libretto und Choreographie: Edward Clug
Musik: Milko Lazar
Bühne: Marko Japelj
Kostüme: Leo Kulaš
Licht: Tomaž Premzl
Video: Rok Predin
Dramaturgie: Edward Clug und Katja Wiegand
Besetzung:
Puck ... Leroy Mokgatle
Theseus/ Oberon ... Cohen Aitchison-Dugas
Hippolyta/ Titania ... Weronika Frodyma
Helena ... Danielle Muir
Demetrius ... Matthew Knight
Hermia ... Riho Sakamoto
Lysander ... Kalle Wigle
Egeus ... Alexei Orlenco
Handwerker: Ross Martinson (als Nick Bottom), Peter Quince (als Erick Swolkin), Dominik White Slavkovský (als Francis Flute), Achille De Groeve (als Tom Snout) und Wolf Hoeyberghs (als Snug)
u.a.
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Dirigent: Victorien Vanoosten
Premiere am Staatsballett Berlin: 21. Februar 2025
Weitere Termine: 26.02./ 01., 09., 10., 30.03./ 21., 28.05.2025
Eine Produktion des Staatsballetts Berlin


Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsballett-berlin.de


https://www.andre-sokolowski.de

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