KLASSIK-SOMMER 2010 / KULTURBRAUEREI BERLIN
(18. August 2010, Eröffnungsgala mit Feuerwerk)
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Nordisch by Nature
Die schlechte Nachricht zuerst: Der Rausschmeißer ist nicht besser geworden. Schon vor zwei Jahren habe ich an gleicher Stelle gemeckert, als nach frisch zubereiteten Wagner-Gängen Dosen-Puccini zum Feuerwerksfinale gereicht wurde. Damals Nessun dorma, heute Music was my first love. Nichts gegen John Miles und auch nichts gegen Pyrotechnik, aber warum englischer Pop nach nordischer Klassik? Warum die hastige Einpackerei? Haben die Musiker Angst um ihre Instrumente? Wartet draußen schon der Bus? Ist das verstärkte Orchester machtlos gegen die laute Knallerei? Wie schade, dass dadurch ein so toller Abend wieder auf dem Jahrmarkt enden muss.
Nun aber zum Eigentlichen. Schon allein die Tatsache, dass die Berliner Symphoniker ihren Platz in einer an Orchestern nicht gerade armen Stadt auch ohne Subventionen behaupten können, nötigt Respekt ab. Dass darüber hinaus das erreichte Niveau nicht gesunken ist, ist dem langjährigen Chefdirigenten Lior Shambadal hoch anzurechnen. Für ein Open-Air-Konzert ist die Auswahl klug zusammengestellt: Erst darf kräftig am Rad der Romantik gedreht werden (Wagners Holländer, Griegs Peer Gynt), später folgen die zart aufblühenden Stücke (wie etwa der schaurig-schön herausgemeißelte Schwan von Tuonela). Die Musiker werfen sich eifrig ins Zeug, spielen geschlossen und ohne Patzer. Dazwischen blitzen immer wieder zarte Soli auf (das Englischhorn !!!), witzelt Shambadal übers Wetter (skandinavisch frisch wie das Programm, aber kein Regen), gibt die Kulturbrauerei eine tolle Kulisse ab, verlebt man zwei vergnügliche Stunden.
Heiko Schon - red. 20. August 2010 ID 00000004771
OPEN AIR /KLASSIKSOMMER, Eröffnngsgala (Kulturbrauerei Berlin, 18.08.2010)
Wagner: Ouvertüre zu Der fliegende Holländer
Grieg: Auszüge aus der Suite Peer Gynt /
Symphonische Tänze
Gade: Nachklänge von Ossian
Nielsen: Ouvertüre zu Maskerade
Sibelius: Finlandia / Der Schwan von Tuonela / Valse triste
Berliner Symphoniker
Dirigent: Lior Shambadal
Siehe auch:
http://www.klassik-open-air.de
Post an den Autor: hschon@kultura-extra.de
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