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Rosinenpicken (481)

Übergriffige

Frauen



status quo von Maja Zade an der Schaubühne Berlin | Foto (C) Arno Declair

Bewertung:    



Der lateinische Begriff des sog. Status quo bezeichnet einen "problembehafteten" Sachzustand, "bei dem aber" (lt. Wikipedia) "die bekannten Möglichkeiten zur Abhilfe ebenfalls problembehaftet sind" - und der daher nicht ganz so einfach auflösbar zu sein scheint.

Maja Zade hat nun über ihn, den status quo, eine fantastische Komödie für 3 Frauen und 2 Männer geschrieben! Hierin zeigt sie "die Welt, wie sie ist, bloß spiegelverkehrt":


"Das Objekt der Begierde und der Diskriminierung – im Beruflichen wie im Häuslichen – ist der Mann. Die Umkehrung der realen Machtverhältnisse lässt die Mechanismen der Ungleichheit in einer ebenso bissigen wie komischen Satire in aller Schärfe hervortreten. Die Leidenswege der drei Flos machen die Absurdität eines Machtgefälles sichtbar, an das man sich so sehr gewöhnt hat, dass man es für normal hält."

(Quelle: schaubuehne.de)



Bedrohlicher Moment, wo Moritz Gottwald (als Azubi Flo) von Jule Böwe (als Drogistin) attackiert wird - in dem Lustspiel status quo von Maja Zade an der Schaubühne Berlin | Foto (C) Arno Declair


*

Flo ist also hier der eigentliche Hauptakteur. Er wird vom Inszenierer Marius von Mayenburg als Spät-Heranwachsender vorgeführt, welcher auf seinen Suchläufen nach Selbstbestätigung und Jobs in lustlefzende Fänge von zumeist drei Frauen gleichzeitig gerät. Und Flo-Darsteller Moritz Gottwald (der hier nicht nur herzerfrischend komisch spielt, sondern im Übrigen auch grandios singt!) muss sich der Übergriffigkeit der dreifach wechselnden Gestalten (Maklerinnen, Drogistinnen und Künstlerinnen) durch das sie verkörpernde Machtfrauen-Trio Jule Böwe, Marie Burchard, Jenny König (!!!) nach und nach erwehren, was ihm manchmal mehr und manchmal weniger gelingt; und Lukas Turkur, jener zweite Mann an Bord, spielt meistens dann so einen Hilfskrafts- oder Sekretärstyp, der für die drei Powerweiber - wie es umgekehrt dann eigentlich "normaler" ist - gerade mal zum Kaffeekochen oder Bierhol'n taugt...

Zum Brüllen!!

Andre Sokolowski - 11. Februar 2019
ID 11213
SATUS QUO (Globe, 09.02.2019)
Regie: Marius von Mayenburg
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Nehle Balkhausen
Musik: Jacob Suske
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Erich Schneider
Mit: Jule Böwe, Marie Burchard, Moritz Gottwald, Jenny König und Lukas Turtur
Uraufführung an der Schaubühne Berlin: 18. Januar 2019
Weitere Termine: 11.02. / 10.-12.03.2019


Weitere Infos siehe auch: https://www.schaubuehne.de


http://www.andre-sokolowski.de

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